Industrie 4.0 für Ingenieure

Das Institut für Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) bietet im Sommersemester die Vorlesung „Industrie 4.0 für Ingenieure“ als Blockzusatzveranstaltung für Studenten der Masterstudiengänge “Elektrotechnik, Informationstechnik und technische Informatik” und hier für alle Studienrichtungen an. Diese Vorlesung wird von renommierten Mitgliedern der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Montage, Handhabung und Industrierobotik (MHI, www.wgmhi.de) gehalten, die ausgehend von ihren jeweiligen Fachgebieten in den Themenkomplex „Industrie 4.0“ einführen. Die Vorlesung wird in 14 Vorlesungseinheiten angeboten, in denen in jeweils 3 Vorlesungs-/Übungsstunden unterschiedliche Bereiche der Thematik vorgestellt, diskutiert und vertieft werden. Am Ende des Semesters wird eine Klausur angeboten. Nach Bestehen dieser Klausur können sich die Studenten diese Vorlesung als Prüfungsleistung im Bereich “Zusatzqualifikationen” vom Prüfungsausschuss anerkennen lassen. Für die Teilnahme an der Vorlesung, den Übungen und der Klausur erhalten die Studenten 4 CP.

Industrie 4.0

„Nach Mechanisierung, Elektrifizierung und Informatisierung der Industrie läutet der Einzug des Internets der Dinge und Dienste in die Fabrik eine 4. Industrielle Revolution ein. Unternehmen werden zukünftig ihre Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel als Cyber-Physical Systems (CPS) weltweit vernetzen. Diese umfassen in der Produktion intelligente Maschinen, Lagersysteme und Betriebsmittel, die eigenständig Informationen austauschen, Aktionen auslösen und sich gegenseitig selbstständig steuern. So lassen sich industrielle Prozesse in der Produktion, dem Engineering, der Materialverwendung sowie des Lieferketten- und Lebenszyklusmanagements grundlegend verbessern. In den neu entstehenden Smart Factories herrscht eine völlig neue Produktionslogik: Die intelligenten Produkte sind eindeutig identifizierbar, jederzeit lokalisierbar und kennen ihre Historie, ihren aktuellen Zustand sowie alternative Wege zum Zielzustand. […] Die eingebetteten Produktionssysteme sind vertikal mit betriebswirtschaftlichen Prozessen innerhalb von Fabriken und Unternehmen vernetzt und horizontal zu verteilten, in Echtzeit steuerbaren Wertschöpfungsnetzwerken verknüpft – von der Bestellung bis zur Ausgangslogistik. Gleichzeitig ermöglichen und erfordern sie ein durchgängiges Engineering über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.“ (aus: Umsetzungsempfehlungen für das Zukunftsprojekt Industrie 4.0, Abschlussbericht des Arbeitskreises Industrie 4.0)

Industrie 4.0 bzw. das Internet der Dinge und Dienste ist ein globaler Megatrend, der nahezu alle Branchen der heutigen Industrie prägt. Hierbei ist Industrie 4.0 ein stark interdisziplinäres Themenfeld und eine Thematik mit einer hohen Dynamik und einer enormen Entwicklung in den letzten Jahren wie auch aktuell. Die praktische Ausprägung und konkrete Umsetzung vieler Aspekte von Industrie 4.0 sind noch Gegenstand der Forschung.

Die Vorlesung „Industrie 4.0 für Ingenieure“

Insgesamt 14 Mitglieder der MHI bieten gemeinsam die Vorlesung „Industrie 4.0 für Ingenieure“ an und bündeln hierzu maßgebliche nationale wissenschaftliche Kompetenzen in diesem Themenfeld. Die Vorlesung wird bundesweit gleichzeitig an den jeweiligen Standorten der beteiligten und hierzu geeignet vernetzten Institutionen gehalten. Die Dozenten kommen u.a. von den folgenden Einrichtungen:

  • Lehrstuhl für Produktionssysteme (LPS), Universität Bochum
  • Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik (ZeMA), Saarbrücken
  • Institut für Mensch-Maschine-Interaktion (MMI), RWTH Aachen
  • Laboratorium Fertigungstechnik (LaFT), Universität Hamburg
  • Fraunhofer-Anwendungszentrum Großstrukturen in der Produktionstechnik (IPA), Rostock
  • Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF), Magdeburg
  • Institut für Werkzeugmaschinen und Fabrikbetrieb, Industrielle Automatisierungstechnik (IAT), TU Berlin
  • Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW), Universität Stuttgart
  • Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Produktionssystematik (FAPS), Universität Erlangen
  • Institut für Flugzeug-Produktionstechnik (IFPT), TU Hamburg
  • Bremer Institut für Strukturmechanik und Produktionsanlagen (bime), Bremen
  • Institut für Produktionssysteme (IPS), Dortmund
  • Lehrstuhl für Produktionsinformatik, Universität Augsburg

Termine und Ort

Die Vorlesung besteht aus 14 Vorlesungseinheiten. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Themen und die verantwortlichen Institutionen. Die Vorlesung findet jeweils mittwochs von 16:15 Uhr bis 19:00 Uhr im AH IV an der Ahornstraße statt.

Vorlesungseinheit Institut Universität Dozent
Einführung FAPS FAU Erlangen Prof. Dr.-Ing. Jörg Franke
Netzwerk-und Cloud-Technologie IAT TU Berlin Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Software-und Steuerungs-Technologien

(Dienste und Agenten)

ISW Universität Stuttgart Prof. Dr.-Ing. Verl
Industrierobotik 1 (Intelligenz, Programmierung) ZeMA Universität des Saarlandes Prof. Dr.-Ing. Rainer Müller
Industrierobotik 2 (Mobilität, Sicherheit, Kooperation) LPS Universität Bochum Prof. Dr.-Ing. Kuhlenkötter
Mensch-Maschineinteraktion bime Universität Bremen Prof. Dr.-Ing. Kirsten Trach
Der Menschen in I4.0 (HMI, VR/AR, Supportsysteme, Ergonomie, Sicherheit) Laft HSU Hamburg Prof. Dr.-Ing. Jens P. Wulfsberg
Sensorsysteme (Identsysteme, BV, 3DMesstechnik) FhIGP / LS Fertigungstechnik Universität

Rostock

Prof. Dr.-Ing. Martin-Christoph Wanner
Lokalisierung und Location-Based Services IFPT TU Hamburg Prof. Dr.-Ing. Thorsten Schüppstuhl
Industrial Data Science IPS TU Dortmund Prof. Dr.-Ing. Jochen Deuse
Maschinelles Lernen/KI UBT + IAT Universität Bayreuth + TU Berlin Prof. Dr. Dominik Henrich + Prof. Dr.-Ing. Jörg Krüger
Simulations-und Programmiertechnologien MMI RWTH Aachen Prof. Dr.-Ing. Jürgen Roßmann
Methoden und Referenzarchitekturen für die Systemintegration

(Schnittstellen und Standards)

Lehrstuhl für

Produktionsinformatik

Universität Augsburg Prof. Dr.-Ing. Johannes Schilp
Anwendungen (Umsetzung, Probleme, Lösungen, Erreichtes) IFF Fraunhofer IFF Prof. Dr.sc.techn. Ulrich Schmucker

Weitere Informationen sind in RWTHonline zu finden.

 

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Montage, Handhabung und Industrierobotik

Die Wissenschaftliche Gesellschaft für Montage, Handhabung und Industrierobotik (MHI) e.V. ist ein Netzwerk leitender Universitätsprofessoren aus dem deutschsprachigen Raum und forscht grundlagenorientiert und anwendungsnah in der Montage, Handhabung und Industrierobotik. Sie hat derzeit 20 Mitglieder, die über ihre Institute und Lehrstühle ca. 1.000 Wissenschaftler repräsentieren. Das Institut für Mensch-Maschine-Interaktion (MMI) ist Gründungsmitglied der MHI (siehe nachfolgendes Bild).

Die übergeordnete Zielsetzung der MHI ist die Förderung der Zusammenarbeit von deutschsprachigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untereinander, sowie mit der Industrie im Bereich Montage, Handhabung und Industrierobotik zur Beschleunigung der Forschung, Optimierung der Lehre und zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie in diesem Bereich.

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